MiC 4.0 bereitet den Weg für ein Qualitätssicherungssystem

VDMA

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Machines in Construction MiC 4.0 am 24. Januar in Berlin brachte das Thema der standardisierten Maschinendaten der internationalen Norm ISO 15143-3 in die nächste Phase.

Nachdem die Mitgliedsunternehmen sich im ersten Schritt auf ein einheitliches Datenverständnis geeinigt hatten, geht es jetzt um die Bauprozessdaten. Gemeinsames Ziel der Zusammenarbeit von Herstellern und Anwendern ist ein Qualitätssicherungssystem, um der Baubranche einen einheitlichen Standard zu garantieren.

Zentrales Anliegen der aktuell 80 Mitglieder ist es, die von MiC 4.0 erarbeiteten Standards im Markt zu etablieren und von einer neutralen Instanz prüfen zu lassen. Notwendig hierfür sind eine Prüfstelle für Schnittstellen, Konformitätsaudits und Zertifikate als Nachweis. Die Arbeitsgemeinschaft wird in den nächsten Monaten Konzepte ausarbeiten, die Wirtschaftlichkeit prüfen und nach geeigneten Kooperationspartnern suchen.

Erdbewegungsmaschinen, Krane, Spezialtiefbau, Straßenbau, Betontechnik, Baustoffanlagen und Anbaugeräte sind die sieben Cluster des Arbeitskreises Maschinendaten. In unterschiedlicher Zusammensetzung einigten sich die beteiligten Unternehmen bereits auf die einzelnen Parameter für das einheitliche Verständnis von Maschinenzustandsdaten. Im Laufe dieses Jahres sollen die Ergebnisse für die Prozessdaten feststehen.

Daran anschließen wird sich die Arbeit des Arbeitskreises Datenrechte. Ein heißes Thema, da niemand einen Rechtsanspruch auf Datenhoheit erheben kann. Es gibt kein Gesetz im AGB-Recht, das die Eigentümerschaft von allgemeinen Maschinendaten regelt. Es gibt momentan nur die Möglichkeit, vertragliche Vereinbarungen zu treffen, welche die Daten zum Beispiel kategorisieren, den Vertragsparteien durch Lizensierung zuordnen oder durch Verschlüsselung und andere technische Maßnahmen „faktisches Eigentum“ schaffen.

Der Arbeitskreis Systemarchitektur beschäftigt sich mit den Anforderungen an die uni- und bidirektionale Kommunikation. Ein Cluster behandelt die Systemarchitektur IN der Maschine – Themenfeld Maschine/Anbaugerät-Telemetrieeinheit, ein weiteres Cluster die Systemarchitektur UM die Maschine – Themenfeld Server zu Server.

Standards für die Strukturen, Prozesse und Symbole für das Bedienen von mobilen Arbeitsmaschinen bestimmt der Arbeitskreis Human Machine Interface HMI. Hersteller, Maschinenanwender und Systemintegratoren arbeiten fortlaufend an einem abgestimmten industriellen Standard. Daran anschließen wird sich ein Normungsprozess.

Das Forschungsprojekt Bauen 4.0, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, ist ein Verbundprojekt von 20 Industriepartnern und zwei Universitäten – die Gesamtleitung hat das Institut für Mechatronischen Maschinenbau der TU Dresden. Beide Universitäten stellten den aktuellen Stand der Forschung vor. Sie arbeiten an den Themen Automatisierung und Vernetzung der Arbeitsmaschinen, 5G Maschinen- und Baustellenvernetzung sowie Lösungen für digitale Prozesse auf der Baustelle. Die Vision ist es, eine vollständig digitalisierte, automatisierte und flexibel anpassbare Baustelle zu entwickeln, mit Möglichkeiten Baumaschinen und Bauprozesse zu simulieren und optimieren, die Bediener als Koordinatoren zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung einzubinden und damit neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten zu schaffen. Das Projekt läuft bis 31. Juli 2022 mit Gesamtkosten von 9 Mio. Euro, davon sind 4,8 Mio. Euro gefördert.

MiC 4.0 ist eine internationale Arbeitsgemeinschaft in Kooperation mit dem VDMA und HDB. Mitglied werden können Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Website: mic40.org

Haben Sie noch Fragen? Dr. Darius Soßdorf, Geschäftsführer MiC 4.0, Telefon +49 69 6603-1255, beantwortet sie gerne.

 

 

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Durchbruch: neuer Meilenstein in der Digitalisierung; die Mitglieder einigen sich auf ein einheitliches MiC 4.0-Zertifikat für hersteller- und maschinenunabhängige digitale Kommunikation im Bauprozess.