China: Markt bleibt abhängig von staatlichem Anschub

VDMA

Boom im wiedererstarkten weltgrößten Baumaschinenmarkt geht nach drei Jahren zu Ende. Der Markt reift zunehmend, energieeffiziente und umweltfreundliche Lösungen sind mehr gefragt denn je. Einführung der Abgasstufe China IV ist weiterhin mit großen Fragezeichen versehen.

Die 20 Teilnehmer des VDMA China Management Meetings, das dieses Mal auf freundliche Einladung der Ammann Construction Machinery Shanghai Co. Ltd. stattfand, stimmten darin überein, dass der Markt für Baumaschinen und Baustoffanlagen den größten Teil seines Wachstums hinter sich haben dürfte. Die seit 2016 einsetzende Erholung sorgte dafür, dass ein Großteil der extremen Marktrückgänge der vorangegangenen Jahre wieder wettgemacht werden konnten und China wieder der mit Abstand größte Markt der Welt ist.

Gleichzeitig wird der chinesische Markt reifer: Im Baumaschinenbereich bildet sich beispielsweise ein relevantes Kompaktmaschinensegment heraus. Im Baustoffanlagenbau fragen Kunden immer stärker effiziente und ressourcenschonende Lösungen, „Total cost of ownership“-Überlegungen spielen eine weit größere Rolle als in der Vergangenheit. Unverändert ist eine konsequent lokalisierte Produktion der einzige Weg, um auf dem chinesischen Markt erfolgreich zu sein.

Die Wirtschaftspolitik als entscheidender Faktor
In den letzten Jahren wurde aber ebenso deutlich, dass der chinesische Markt nach wie vor von konjunkturstützenden Maßnahmen der Regierung abhängig ist: ebenso wie der Boom von 2009 bis 2012 vor allem einem staatlichen Anschub zu verdanken war, geht der Aufschwung der Jahre 2016 bis 2019 vor allem auf öffentliche Infrastrukturprojekte und Investitionsanreize z.B. durch günstige Finanzierungsmöglichkeiten zurück.

Die Einführung der Abgasstufe China Stage IV sorgt weiterhin für große Planungsunsicherheiten im Markt. Klar ist, dass sich die ursprünglich geplante Einführung verschieben wird und die Zeit von der Ankündigung des definitiven Datums bis zur Implementierung kurz sein wird. Unklar bleibt der Hintergrund der Verschiebung, wobei wahrscheinlich ist, dass das ohnehin gebremste Wirtschaftswachstum nicht durch weitere Bürden – Maschinen der Stufe IV werden naturgemäß teurer – noch stärker unter Druck geraten soll.

Zum Hintergrund
Ammann ist seit 2005 mit eigener Produktion in China vor Ort. Inzwischen 170 Mitarbeiter produzieren am Standort Qingpu, Shanghai Asphaltmischanlagen vorrangig für den chinesischen Markt.

Das VDMA China Management Meeting ist die halbjährliche Informations- und Netzwerkplattform für das lokale Management der Mitgliedsunternehmen aus dem Bereich Baumaschinen und Baustoffanlagen sowie deren Zulieferer. Das nächste Meeting wird im Frühjahr 2020 stattfinden.

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