Abwartende Haltung auf den großen Märkten

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Auf der Sitzung des Lenkungskreises Lateinamerika diskutierten Vertreter von zehn Mitgliedsfirmen die konjunkturelle Lage in der Region.

Ein homogenes Bild für die Märkte Lateinamerikas ergibt sich nicht. Die Pazifikländer Chile, Peru und Kolumbien werden mehrfach als stabil und für Hersteller von Baumaschinen und Baustoffanlagen als wachsend erwähnt. Im Bereich der mobilen Aufbereitungstechnik kann Selbiges auch für Ecuador konstatiert werden. Wie zu erwarten, sind die Einschätzungen für das kriselnde Argentinien nicht sehr positiv. War das Land von 2016 bis Mitte 2018 noch ein starker und stetig wachsender Abnehmer für Baumaschinen und Baustoffanlagen aus Deutschland, so ging die Nachfrage mit der Währungsabwertung im September 2018 schlagartig zurück. Die schwache argentinische Wirtschaft zieht auch den großen Nachbarn Brasilien teilweise mit nach unten, da sich beide Länder wichtige Handelspartner sind. Zu Brasilien ist zu konstatieren, dass der erwartete bisher Aufschwung ausbleibt. Das wirtschaftliche Klima werde sich wohl auch nicht wesentlich verbessern, solange nicht eine dringende Renten- und Steuerreform durchgesetzt wird. Diese Erkenntnis brachte unter anderem der Fachvortrag von Brasilienreferentin Betina Sachsse vom Lateinamerikaverein aus Hamburg.

Der andere Riese Lateinamerikas, Mexiko, war in den letzten drei Jahren eher ein attraktiver Markt für die VDMA-Mitglieder und von Stabilität geprägt. Diese sei nicht verloren gegangen, dennoch sei seit Antritt der eher linksgerichteten Regierung von López Obrador Zurückhaltung bei den Investitionen zu beobachten. Zusammenfassend ist zu sagen, dass es in der Region weiterhin gute Geschäfte für die VDMA-Mitglieder im Bereich Baumaschinen und Baustoffanlagen zu machen gibt, diese sich aber in kleineren Einheiten fast über den ganzen Subkontinent verteilen. Ein Boomland für die Branche ist in der Region aktuell nicht auszumachen.