Die phönizische Prinzessin und der Drache

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Die europäische Baumaschinenindustrie zeigt Präsenz auf der bauma China 2018.

Die bauma China hat sich seit ihrer ersten Veranstaltung im Jahr 2002 zu einer Erfolgsstory gemausert.
2016 war die gesamte Ausstellungsfläche von 300.000 m² von 2.953 Ausstellern aus 41 Ländern gebucht. 170.000 Besucher aus 149 Ländern und Regionen zeigten, dass die bauma China zur internationalen Leitmesse von Herstellern von Baumaschinen, Baugeräten und Baustoffmaschinen im gesamten asiatischen Raum geworden ist. Das „Committee for European Construction Equipment“ (CECE) aus Brüssel vertritt auf der Messe vom 27.-30. November die Interessen der europäischen Hersteller im Rahmen seines Partnerschaftsprogramms.

Riccardo Viaggi, CECE Generalsekretär und Leiter des Brüsseler CECE Teams, rückte als Sprecher auf der Eröffnungsveranstaltung am 27.11.2018 in Shanghai die Bedeutung der europäischen Baumaschinenindustrie in den Fokus. Ziel ist es, den Besuchern zu vermitteln, dass die Hersteller an langfristigen Geschäftsbeziehungen mit asiatischen Kunden interessiert sind. Ihnen geht es um Partnerschaften, in denen durch technische Herausforderungen kontinuierlich neue Lösungen und Ideen entstehen – ein Motor für Innovationen. Die nicht mehr aufzuhaltende Digitalisierung und die damit verbundene Notwendigkeit Daten auszutauschen, bringt es mit sich, dass Hersteller und Kunde über längere Zeiträume miteinander vernetzt sind. Noch sind Schnittstellen und Maschinensprachen nicht so standardisiert, dass sich Systeme beliebig austauschen ließen. Hierbei entstehen auch neue Geschäftsmodelle, denn in der Zukunft nehmen Daten immer mehr die Position eines finanziellen Wertes ein.

Ein zweiter Treiber für Innovationen ist der Wettbewerb. Um Freihandel, Fortschritt und Wohlstand für alle zu gewährleisten, muss nach Ansicht des CECE die Branche gegenseitiges Vertrauen durch Dialog aufbauen, so zum Beispiel auf der bauma China. In seiner Eröffnungsrede appellierte Riccardo Viaggi an die Industrie, angesichts aktueller protektionistischer Aktionen ein globales, regelbasiertes Freihandelssystems zu unterstützen. Das International Associations Committee IAC, in dem sich alle großen Industrieverbände der Baumaschinenbranche treffen und austauschen, bietet die Möglichkeit, die brennendsten Themen für eine immer globaler agierende Industrie zu diskutieren.

Für die europäische Baumaschinenindustrie ist es daher wichtig, von einem starken Partner wie dem CECE unterstützt zu werden. Ziele der chinesischen Regierung wie "Made in China 2025" und große Projekte wie die Seidenstraßeninitiative mit ihren ehrgeizigen Bemühungen, Infrastruktur und transkontinentale Verbindungen zu verbessern, erhöhen die Nachfrage nach schweren Bau- und Erdbewegungsmaschinen. Der Ausbau von Straßennetzen, Eisenbahnlinien und Flughäfen in den chinesischen Provinzen macht Fortschritte. Ganze Städte werden neu gebaut, wie die Sonderwirtschaftszone Hengqin zwischen Hongkong und Macau. Die chinesische Politik, die heimische Industrie bei solchen Großprojekten zu subventionieren, erfordert eine starke, zukunftsorientierte europäische Industriepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das CECE hat daher die EU-Politiker und -Entscheidungsträger mit seinem „Manifesto“ aufgefordert, die europäische Industriepolitik in den Fokus der kommenden Europawahlen am 26. Mai 2019 zu rücken.