Technologie-Symposium in Buenos Aires: Schwere Zeiten für den argentinischen Bausektor

VDMA

Der Fachverband Baumaschinen und Baustoffanlagen führte in Kooperation mit dem Brasilienbüro des VDMA am 10. September 2018 ein Technologie-Symposium in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires durch.

Argentinische und brasilianische Vertreter von zehn Mitgliedsfirmen des Fachverbands (Ammann, Bomag, Bosch Rexroth, Eirich, Haver & Boecker, Herrenknecht, Kaeser, M-Tec, Wirtgen, Zeppelin Systems) präsentierten sich mittels technischen Vorträgen der argentinischen Baubranche. Nach einem gemeinsamen Mittagessen boten B2B-Gespräche die Möglichkeit zur Vertiefung.

Die Idee zu der Veranstaltung entstand im Brazil Management Meeting des Fachverbands Baumaschinen und Baustoffanlagen in Sao Paulo. Dieses jährlich zweimal tagende Gremium machte sich aufgrund der schwierigen Lage der brasilianischen Bauwirtschaft den Export in die südamerikanischen Nachbarländer zum Thema. „Brasilianisches Made in Germany“ für Südamerika war für einige der Mitglieder in den letzten zwei Jahren eine erfolgreiche Alternative, um den fast gänzlich weggebrochenen Heimatmarkt zu kompensieren. Vor allem in Argentinien fanden die brasilianischen Tochtergesellschaften der VDMA-Mitglieder 2016 und 2017 einen wichtigen Absatzmarkt. Um diese Beziehung zu intensivieren, wurde nun im Austausch mit der argentinischen Baukammer CAMARCO ein Symposium veranstaltet.

Jedoch haben externe Faktoren die Situation der deutschen Baumaschinenhersteller in Argentinien in den letzten Monaten erschwert. Ein schwerer Korruptionsskandal um die Vergabe öffentlicher Aufträge in den hochrangige Funktionäre der letzten Regierung und eine Reihe großer Bauunternehmen verwickelt sind, habe mehrere Großprojekte zum Stoppen gebracht. Darüber hinaus zwangen finanzpolitische Turbulenzen die Regierung dazu, den argentinischen Peso signifikant abzuwerten. Konnte man Anfang Mai 2018 mit einem Euro noch 25 Pesos kaufen, war der Euro Ende September 45 Pesos wert. Gewiss wird diese einschneidende Reduzierung der Kaufkraft Auswirkungen auf den Import von Baumaschinen haben. Im Jahr 2017 importierte Argentinien insgesamt 9.400 Baumaschinen. Im Vergleich dazu werden die Zahlen für 2018 bestimmt ernüchternd ausfallen. Dennoch war das Symposium eine gelungene Maßnahme, um mit den argentinischen Partnern in Kontakt zu bleiben. Denn mit Blick auf die jüngere Geschichte des Landes ist unschwer zu erkennen, dass jedem Rückschlag ein kräftiger Aufschwung folgt, der dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau hervorragende Chancen bietet.