Digitalisierung – Baumaschinen starten „digitale Offensive“

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Digitalisierung – das Wort, was in der jüngsten Vergangenheit wohl am häufigsten benutzt wird. Was aber genau ist Digitalisierung und vor allen, was bedeutet Digitalisierung für Baumaschinen und Baustoffanlagen?

Dieser Frage geht der VDMA Fachverband Baumaschinen und Baustoffanlagen seit längerem nach. Bereits vor rund einem Jahr wurde eigens dafür ein Workshop durchgeführt, im Anschluss daran die Mitglieder befragt und gemeinsam beschlossen, dass die Branche sich dieser Thematik jetzt endlich intensiver widmen wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Workshopreihe sollte Klarheit schaffen
In einem zweiten Workshop wurden hierzu die Grundsteine gelegt und diese ersten Ideen und Ansätze dann in einem zweitägigen Vertiefungsworkshop genauer beleuchtet. Genau aber bei dieser Beleuchtung stellte sich allerdings heraus, dass die Aufgabenstellung weit komplexer und umfangreicher ist, als alle Beteiligten dachten. So wurde im Gespräch mit den Anwendern von Baumaschinen deutlich, dass alleine das Verständnis von „an und aus“ einer Maschine teilweise um Welten auseinanderliegt und zudem durch die Hersteller unterschiedlich interpretiert und kommuniziert werden. Für eine einheitliche Datenkommunikation und Datenauswertung ist das derzeit der absolute „Super Gau“.

ISO Norm als Daten-Basis
Aus diesem Grund haben sich alle Akteure der Wertschöpfungskette – Hersteller, Anbaugerätehersteller und Anwender - nun darauf verständigt, vier Arbeitskreise zu gründen, in denen sich alle Akteure auf Grundlage der ISO 15143-3 auf ein gleiches Verständnis einigen wollen. „Die ISO 15143-3 ist eine internationale Norm, die am Beispiel der Erdbewegungsmaschinen 20 Datensätze rund um die Maschine und ihre Tätigkeit beschreibt“, erklärt Dr. Darius Soßdorf vom VDMA, der das Thema intensiv begleitet. „Anhand dieser Datensätze werden die neuen Arbeitskreise jetzt beleuchten, was für welchen Maschinentyp realisierbar ist und diese Dinge auf einen herstellerübergreifenden Nenner bezüglich des Inhaltes und der Interpretierbarkeit der übermittelten Daten bringen“, so Soßdorf weiter. Eine sicherlich nicht ganz einfache Aufgabe, denn einzelne und individuelle Herstellerinteressen stehen hier einer allgemeinen Anforderung auf der Anwenderseite gegenüber.

Vier Arbeitskreise sollen den Weg eröffnen
„In den vier Arbeitskreisen (Maschinendaten, Anbaugeräte, Systemarchitektur und Datenrecht) wird einiges an Abstimmungsarbeit und an Überzeugungsarbeit auf die Teilnehmer zukommen“, berichtet Soßdorf, denn klar ist, dass dieses Thema nur gemeinsam und nur mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette zufriedenstellend, vor allem aber lösungsorientiert bearbeitet werden kann. „Die Anforderungen der Kunden werden immer umfangreicher und immer komplexer. Digitale Gebilde wie BIM und andere Softwarelösungen fordern, dass auch die Maschine auf der Baustelle ihren Beitrag in Form von Daten aus ihrem jeweiligen Arbeitsprozess beiträgt“, erklärt Soßdorf die gestiegenen Anforderungen an die Maschinenhersteller und Maschinenbetreiber. „Nur gemeinsam können und werden wir diesen neuen Anforderungen gerecht“, unterstreicht Soßdorf abschließend und begründet damit das breit aufgestellte Engagement der VDMA Baumaschinen- und Baustoffanlagenhersteller in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Playern der Wertschöpfungskette.

Aktive Mitarbeit erwünscht
Noch bis zum 27. Juli 2018 können sich interessierte Teilnehmer für die aktive Mitarbeit in einem oder mehreren der vier neuen Arbeitskreise melden. Erste Ergebnisse sollen im Rahmen des bauma Forums im April 2019 auf der bauma 2019 (8. – 14. April 2019 in München) vorgestellt werden.