China Management Meeting: Volatilität bleibt hoch im weltgrößten Baumaschinenmarkt

VDMA

2019 startet wiederum stark im lokalen Absatz, Exporte wachsen aber langsamer. Durchsetzen von Zahlungsbedingungen bleibt eine große Herausforderung. Deutsche Hersteller schaffen solide Entwicklung. Einführung der Abgasstufe IV ohne große Verwerfungen des Marktes erwartet.

Die 20 Teilnehmer des VDMA China Management Meetings, das auf Einladung von Wacker Neuson in Pinghu, Zhejiang stattfand, konnten von einer weitgehend stabilen Entwicklung in einem anspruchsvollen Marktumfeld berichten. Nach zwei Jahren stürmischen Wachstums begann auch 2019 sehr positiv: Su Zimeng, Generalsekretär des chinesischen Baumaschinenverbandes CCMA, beschrieb das erste Quartal mit einem Marktwachstum von 14%, gleichzeitig wuchsen die chinesischen Exporte aber nur noch um moderate 4%. Vor dem Hintergrund des abflauenden Wirtschaftswachstums in China ist eine dauerhafte Fortsetzung des Trends beim Baumaschinenabsatz unwahrscheinlich und viele Marktteilnehmer gehen inzwischen von einem Rückgang des chinesischen Marktes spätestens 2020 aus. Vor allem auf einzelne Produktgruppen bezogen bleibt der Markt weiterhin sehr volatil.

In der kürzlich vom VDMA China durchgeführten Frühjahrs-Geschäftsklimabefragung waren die Hersteller von Baumaschinen, Baustoffanlagen und Bergbaumaschinen durchaus optimistisch gestimmt. Auch in China investierten westlichen Herstellern gelingt es, Export-Potenziale aus Projekten der Belt and Road-Initiative zu heben. Daneben können die deutschen Unternehmen zunehmend Wettbewerbsvorteile aus gestiegenen Energieeffizienz- und Umweltanforderungen ziehen.

Zu den größten Schwierigkeiten gehört nach wie vor, eigene Zahlungsbedingungen durchzusetzen. Die westlichen Hersteller sind hier in der Regel wenig kompromissbereit und verzichten im Zweifelsfall auf Geschäfte. Dafür können sie das Ausmaß offener Forderungen auf moderatem Niveau halten, während diese bei einigen chinesischen Baumaschinenherstellern immense Ausmaße erreichen.

Sorgen bereitet den Unternehmen weiterhin, dass exakter Zeitplan und genaue Modalitäten der Einführung der Abgasstufe China IV noch immer nicht vorliegen. Insgesamt werden aber keine großen Marktverwerfungen bei der Einführung 2020 erwartet. Sonder- und Vorzieheffekte sollte es dieses Mal in deutlich geringerem Maße geben.

Wacker Neuson ist seit 2018 am Standort Pinghu, zwischen Shanghai und Hangzhou gelegen, mit einem eigenen Werk präsent. Mit ca. 200 Mitarbeitern werden dort Kompaktmaschinen und Baugeräte sowohl für den chinesischen als auch für internationale Märkte produziert.

Das VDMA China Management Meeting ist die halbjährliche Informations- und Netzwerkplattform für das lokale Management der Mitgliedsunternehmen aus dem Bereich Baumaschinen und Baustoffanlagen sowie deren Zulieferer. Das nächste Meeting wird im Herbst 2019 stattfinden.

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