Europäischer Baumaschinenmarkt weiter auf Wachstumskurs

CECE

2018 war für die europäische Baumaschinenbranche nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2008/2009 das stärkste Jahr: Der europäische Markt verzeichnete ein Umsatzplus von 11 % und das absolute Marktniveau liegt 10 % unter dem Höchstwert von 2007.

Die Dynamik nahm im Jahresverlauf deutlich zu: Nach einer Umsatzsteigerung von 5 % im ersten Quartal (im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum) lag das Wachstum im zweiten und dritten Quartal bei 8,5 % bzw. 9,4 %. Das letzte Quartal erlebte sogar einen unerwarteten Aufschwung mit einem Umsatzwachstum von 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des heute veröffentlichten „Annual Economic Report 2019“ von CECE.

Marktentwicklung 2018
Die meisten Regionen in West- und Nordeuropa verzeichneten ein stetiges Wachstum. Viele dieser Märkte mit einem bereits hohen Niveau erreichten neue historische Höchststände. Südeuropa sowie die mittel- und osteuropäischen Märkte erholten sich weiter und wiesen ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Auch Russland knüpfte an den positiven Trend des Vorjahres an. Eine negative Ausnahme bildete der türkische Markt: Nach einem stabilen Jahresauftakt fiel der Markt dem allgemeinen Wirtschaftsklima im Land zum Opfer und verzeichnete ein desaströses zweites Halbjahr.

Der Umsatz mit Erdbewegungsmaschinen in Europa (einschließlich Russland und der Türkei) verzeichnete ein Plus von 9,6 % und übertraf damit das Niveau von 2008. Der Umsatz mit Straßenbaumaschinen auf dem europäischen Markt kletterte um 12 % und erreichte damit ähnlich wie bei den Erdbewegungsmaschinen einen Spitzenwert seit der Wirtschaftskrise vor zehn Jahren. Die Hochbautechnik war 2018 erneut die leistungsstärkste Teilbranche, allerdings büßt das Umsatzwachstum bei Betonbaumaschinen und Turmdrehkranen angesichts der anhaltenden Erholung dieses Marktsegments auch im Vergleich zu Straßenbau- und Erdbewegungsmaschinen an Dynamik ein. Sehr positiv ist jedoch, dass die Erholung nach vier aufeinanderfolgenden Wachstumsjahren trotz einer noch bestehenden und recht starken Nord-Süd-Disparität inzwischen sehr weit fortgeschritten ist.

Ausblick 2019
Es wird davon ausgegangen, dass sich die allgemeine Situation im Jahr 2019 nicht wesentlich ändern wird. Angesichts des expandierenden Bau- und Bergbausektors und der steigenden Rohstoffpreise dürfte die globale Baumaschinenindustrie auf Wachstumskurs bleiben, wenn auch mit etwas geringerer Dynamik (da China mit der höchsten Hebelwirkung aller Märkte sein Wachstum wahrscheinlich nicht in vergleichbarem Tempo fortsetzen wird). Wenn die globale Entwicklung nicht von einer Verschärfung der Handelskonflikte überschattet wird, ist ein Umsatzplus von 5 % bis 10 % auf dem Weltmarkt realistisch.

Dennoch ist es am Ende eines recht langen Aufwärtszyklus nicht realistisch, ein gleich starkes Wachstum wie im Jahr 2018 zu erwarten. Selbst wenn die großen Unsicherheiten – allen voran der Brexit und das Risiko eines globalen Handelskriegs – keine negativen Auswirkungen haben, ist ein zyklischer Abschwung in Europa in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu erwarten. „Daher wird für den europäischen Baumaschinenmarkt für 2019 ein Umsatz zwischen 0 % und -5 % prognostiziert“, so Sebastian Popp, Konjunkturexperte bei CECE. „Das wäre immer noch ein gutes Jahr für die Branche und absolut keine negative Entwicklung.“

Über den Bericht
Der Annual Economic Report von CECE enthält Informationen über die makroökonomische Situation, die Entwicklung der Baubranche, der Hauptmärkte sowie der zentralen Marktsegmente der europäischen Baumaschinenindustrie. Zudem beinhaltet der Bericht Angaben der nationalen CECE-Mitgliedsverbände, die die regionalen Entwicklungen in der europäischen Baumaschinenbranche beleuchten. Der vollständige Bericht mit umfangreichen Zahlen und Diagrammen kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.