China – zurück in der Spur?

VDMA

Chinesischer Baumaschinenmarkt verzeichnet 2017 sprunghafte Erholung, die in diesem Jahr anhalten sollte. Auch westliche Hersteller können von Chinas Belt and Road Initiative profitieren. Einführung der Abgasstufe China IV wirft bereits ihre Schatten voraus.

Nach vier Jahren zum Teil dramatischer Einbrüche erlebte der chinesische Markt für Baumaschinen und Baustoffanlagen eine beeindruckende Rückkehr: ein Absatzwachstum von 85 Prozent katapultierte China wieder an die Spitze der weltweit größten Märkte. Getragen von einer verbesserten Weltkonjunktur, aus den letzten Jahren verschobenen Ersatzinvestitionen und einer Vielzahl von Projekten im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI) erlebten praktisch alle Teilsektoren eine deutliche Belebung.

Entsprechend positiv war die Grundstimmung beim 24. VDMA China Management Meeting für die Baumaschinen- und Baustoffanlagenbranche auf Einladung von Dynapac in Tianjin. Die 22 Teilnehmer konnten fast ausnahmslos von einer gegenüber dem Vorjahr stark verbesserten Geschäftslage berichten, die sich im ersten Quartal 2018 gleichermaßen positiv entwickelt hat. Entgegen einiger Befürchtungen gelingt es auch westlichen Herstellern zunehmend, direkt oder indirekt an Belt and Road-Projekten zu partizipieren. Oft werden für Projekte entlang der neuen Seidenstraße vorgesehene Investitionen als Inlandsgeschäfte mit chinesischen Kunden durchgeführt und nicht immer ist für jedes Vorhaben transparent, ob es ein BRI-Projekt ist oder nicht. Spürbar ist die Dynamik aber quer durch die gesamte Branche. Entsprechend können die deutschen Hersteller ihre chinesischen Produktionskapazitäten momentan viel besser auslasten.

Gleichwohl sind sich die Unternehmen einig, dass nicht alles in China eitel Sonnenschein ist. Die extreme Volatilität des Marktes stellt immer höhere Anforderungen an Flexibilität, und gerade nach dem jüngsten Boom steigt die Gefahr eines Rückschlages. Viele strukturelle Probleme der Baumaschinenbranche – insbesondere Überkapazitäten der großen chinesischen Hersteller und das daraus folgende Erfordernis einer Konsolidierung – sind noch nicht in ausreichendem Maße gelöst.

Eine Herausforderung, die bereits heute vor der Tür steht, ist die Einführung der chinesischen Abgasstufe IV. Die neue Abgasstufe kombiniert Anforderungen von EU Stage IV und EU Stage V und wird damit die technisch anspruchsvollste Regelung für den chinesischen Markt bisher. Für detaillierte Informationen zum aktuellen Stand der Gesetzgebung und dem erwartbaren Einführungszeitraum der für 2020 offiziell vorgesehenen neuen Abgasstufe steht der VDMA China den Mitgliedsunternehmen gern zur Verfügung.

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