Fokus Digitalisierung

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Digitalisierung ist aktuell das Modewort und in aller Munde. Doch was genau verstehen wir unter dem Begriff Digitalisierung? Was bedeutet Digitalisierung für die Hersteller von Bau- und Baustoffmaschinen?

Genau diese Fragestellung sollte im Rahmen des „Fokus Digitalisierung“ anlässlich der Mitgliederversammlung des VDMA Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen am 27. Oktober 2017 in Düsseldorf beleuchtet werden. Rund 60 Teilnehmer wollten sich mit diesem aktuellen Fokus auf den derzeit aktuellen Stand rund um dieses spannende und omnipräsente Thema bringen lassen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Professor Sebastian Bauer, Geschäftsführer der BAUER Maschinen GmbH, Vorsitzender des Vorstands der Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen (FVB) und Vorstandsmitglied im Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), also einem Experten, der selbst nur zu gut weiß, worauf es bei diesem aktuellen Thema ankommt.

Europa geht voran
Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Überblick über die derzeit aktuellen Diskussionen in Brüssel. CECE, Unternehmensberater, die Sichtweise und Ideen der EU Kommission, Cybersecurity und Normung standen hierbei im Vordergrund.

Sehr viele und unterschiedlich Ansätze, Positionen und Vorstellungen, die es allesamt gilt, für alle Beteiligten Akteure unter einen gemeinsamen Hut zu bringen, ohne Nachteile in Knowhow, Kompetenz oder Wettbewerb zu erzeugen.

Was will/braucht der Kunde
Auch auf dem Sektor Bau- und Baustoffmaschinen drängt der Kunde und seinem Wunsch nach Vernetzung und Kommunikation die Hersteller von Bau- und Baustoffmaschinen dazu, die kommunikative Vernetzung und den damit verbundenen Datenaustausch zwischen Maschinen unterschiedlicher Art und unterschiedlicher Hersteller voranzutreiben.

Einzelne Flottenlösungen der jeweiligen Hersteller reichen hierbei nicht mehr aus, denn die Anwender der Maschinen betreiben einen extrem heterogenen Maschinenpark. Dies zeigten die beiden Vertreter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Dirk Siewert und Robert Kress. Der Kunde, also das Bauunternehmen, will und wird die Produktivität seiner Arbeiten mit Hilfe der Digitalisierung verbessern und dazu bedarf es der Unterstützung durch Maschinen und die Lieferung von prozessrelevanten Daten und Informationen.

Neue Geschäftsideen entstehen…
Doch lässt sich eine solche Forderung überhaupt erfüllen? Droht einem Baumaschinenhersteller hierbei nicht der Verlust seines traditionellen Geschäftsmodells? Keineswegs. Datenaustausch bedeutet nicht automatisch den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, wenn das Thema Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderungen und Schritte als Chance gesehen und genutzt werden. Es muss in bestimmten Bereichen ein Umdenken, ein öffnen und Erweitern der Köpfe stattfinden, wie Matthias Potthast, Projektmanager von der etventure Corporate Innovation GmbH, zu berichten weiß. Waren noch vor 10 Jahren vier von fünf Unternehmen an der Spitze der größten Firmen nach Marktkapitalisierung Technikunternehmen, so findet sich heute kein einziges Technikunternehmen dort wieder, sondern ausschließlich Unternehmen aus dem Daten- und Kommunikationsbereich.

Wohin steuern Bau- und Baustoffmaschinen bei der Digitalisierung?
Es geht nur mit der Zusammenarbeit aller an der Wertschöpfungskette beteiligten Akteure, berichtet Dr. Darius Soßdorf, vom VDMA Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen, der das Thema Digitalisierung dort betreut. Nur wenn alle betroffenen Akteure sich darüber austauschen was sie Daten und Informationen für ihre jeweiligen Tätigkeitfelder benötigen, lässt sich ein gemeinsamer Nenner finden, auf dem Maschinen unterschiedlicher Art und von unterschiedlichen Herstellern „miteinander kommunizieren“ und somit ihre Effizienz und Produktivität in Planung und Einsatz steigern und optimieren können. Aus diesem Grund startet der Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen mit einem Arbeitskreis Digitalisierung, der die Fragen und Bedürfnisse der Branche beleuchten und die erforderlichen Arbeitsschritte identifizieren und einleiten soll. Somit beginnen nun auch die Bau- und Baustoffmaschinen ihre Reise in ein digitales Zeitalter. Eine vollautomatische Baustelle wird es nach Ansicht von Dr. Soßdorf in der nahen Zukunft jedoch ganz sicher nicht geben.

Präsentation "Digitalisierung? Eine kurze Einführung"
Dr. Darius Soßdorf, VDMA Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen, Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen (FVB)

Präsentation "Digitalisierung in der Baumaschinenbranche - Bericht aus der CECE-HLTPAG"
vorgetragen von Dr. Darius Soßdorf, VDMA Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen, Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen (FVB)

Präsentation "Die digitalisierte Baustelle – was wird in der Baupraxis zukünftig vom Anwender benötigt?"
Robert Kress, Bereichsleiter Technik,
Leonhard Weiss
Dirk Siewert, Geschäftsführer Geräteausschuss, HDB

Präsentation "Neue Geschäftsmodelle – ist mein Unternehmen digitalisierungsfähig?"
Matthias Potthast, Projektmanager
etventure Corporate Innovation GmbH