Berlin führt fragwürdige Plaketten für Baumaschinen ein

VDMA

In Berlin müssen auf Baustellen der öffentlichen Hand Umweltschutzanforderungen für Baumaschinen eingehalten werden. Zur leichteren Identifikation hat der Senat eine Plakette eingeführt.

Bauunternehmer, die in Berlin auf Baustellen der öffentlichen Hand arbeiten, müssen Umweltschutzanforderungen für Baumaschinen einhalten. Und damit leicht zu erkennen ist, ob diese Anforderungen eingehalten werden, hat der Senat eine Plakette eingeführt. Die Zusammenhänge sind hier beschrieben.

Der VDMA hält eine solche Kennzeichnung grundsätzlich für sinnvoll, solange sie bundesweit einheitlich ist, die geltende Abgasgesetzgebung widerspiegelt und keine unnötige Bürokratie schafft. Die Bezeichnung "Plakette für emissionsarme Baumaschinen" halten wir für hochgradig irreführend, da einzig die Partikelfiltration in diese Wertung eingeht, andere Schadstoffreduktionen jedoch nicht berücksichtigt und somit faktisch modernste und extrem schadstoffarme Maschinen schlechter eingeordnet werden. Somit ist der Berliner Ansatz weder mit der Abgasgesetzgebung kompatibel, noch ist die "Farbenlehre" der Plaketten mit blau, grün, weißgrün und grau bekannt oder sinnvoll und der bürokratische Aufwand einschl. Kosten ist immens, da die Plaketten von notifizierten Stellen ausgegeben werden müssen.

Einzig positiv in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die Verwendung der Plaketten freiwillig ist und die Eignung der Maschine auch mit einem geeigneten Nachweis erbracht werden kann, der in Kopie auf der Baustelle abzugeben ist. Wir empfehlen unseren Mitgliedern dringend, in Abstimmung mit ihren Kunden, die Alternativvariante mit dem geeigneten Nachweis anzubieten. Dieses Kennzeichnungssystem negiert die immensen Anstrengungen und Investitionen unserer Industrie in der Abgasreinigung.